Reisekosten Piloten und Flugbeleiter

Piloten und Flugbeleiter aufgepasst!

Das Hessische Finanzgericht in Kassel hat entschieden (Az. 1 K 1824/15), dass Flugpersonal ihre erste Tätigkeitsstätte an jenem Flughafen haben, welcher im Arbeitsvertrag festgehalten wurde. Die Werbungskosten für Fahrten zwischen der Wohnung und Flughafen werden folglich nicht nach Reisekostengrundsätzen anerkannt, sondern im Wege der Entfernungspauschale (einfache Entfernung). Entscheidend sei gewesen, dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmer arbeitsvertraglich und mangels einer Befristung dauerhaft dem Flughafen zugeordnet hat. Wo der qualitative Schwerpunkt der Tätigkeit liege, sei seit der gesetzlichen Neuregelung ab 2014 ebenfalls nicht entscheidend. Bei dem Flughafen handele es sich um eine ortsfeste betriebliche Einrichtung. Ferner fanden im Streitfall am Flughafen Lehrgänge, Bürotätigkeiten, Gesundheitsüberprüfungen, Bereitschaftsdienste und das Simulatortraining stattg. Das genüge für die Annahme einer tatsächlichen Tätigkeit an der ersten Tätigkeitsstätte.

Gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts wurde Revision eingelegt. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat nun das letzte Wort (Az. des BFH: VI R 17/17).

Häuslebauer aufgepasst!

Der BFH hat im Januar 2017 eine interessante und u. U. weitreichende Entscheidung im Rahmen der Grunderwerbsteuer getroffen. Der „normale“ Rechtsvorgang ist simpel und weitestgehend bekannt. Wird ein Grundstück bebaut oder unbebaut gekauft, gilt der Kaufpreis als Bemessungsgrundlage für die Besteuerung. Insoweit wird der neue Eigentümer die Grunderwerbsteuer in seine betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Überlegungen einfließen lassen, da die Steuerart gut berechenbar ist.

Im Entscheidungsfall dürfte der neue Eigentümer jedoch negativ überrascht gewesen sein. Dies gilt als „Warnung“ für zukünftige und vergleichbare Sachverhalte.

Im Urteilsfall erwarb ein Eigentümer von einer Stadt ein Grundstück, welches mit einem Haus bebaut werden sollte. Im Grundstückskaufvertrag, der sowohl von der Verkäuferin als auch von dem zu beauftragenden Bauunternehmen unter­zeichnet wurde, war u.a. festgelegt, nach welchen archi­tek­to­ni­schen Plänen das Haus errichtet werden sollte. Das Finanzamt berechnete zunächst die Grunderwerbsteuer „nur“ in Bezug auf den Grundstückkauf. Nach der ersten Steuer­fest­setzung schloss der Eigentümer einen Bauerrichtungsvertrag mit dem Bauunternehmen lt. Kaufvertrag. Das FA änderte sodann die ursprüngliche Steuerfestsetzung und bezog die sich aus diesem Vertrag ergebenden Baukosten mit ein.

„Ist der Erwerber eines Grundstücks beim Abschluss des Grundstückskaufvertrags hinsichtlich des „Ob“ und „Wie“ der Bebauung gebunden, wird das erworbene Grundstück erst dann in bebautem Zustand erworben, wenn auch der Bauerrich­tungs­vertrag geschlossen ist. Mit dieser Entscheidung stellt der BFH im Rahmen einer weiteren Fallgruppe aus dem Bereich des einheitlichen Erwerbsgegenstands klar, dass der Abschluss des Bauerrichtungsvertrags das zunächst unbebaute Grundstück rückwirkend auf den Zeitpunkt des Grundstückskaufvertrags zu einem bebauten werden lässt und die Baukosten nachträglich im Rahmen der Änderung der ursprünglichen Steuerfestsetzung zusätzlich zu den Kosten für den Grundstückskauf bei der Festsetzung der Grunderwerbsteuer zu berücksichtigen sind.“, vgl. BFH-Urteil vom 25. Januar 2017 II R 19/15 und freie Pressemitteilung des Bundesfinanzhofes Nr. 22/17 vom 12. April 2017

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Verstärkung im Bereich Buchführung und Abschlüsse gesucht

Steuerfachangestellte/r Stellenangebot

Ab Montag, 10.04.2017 verstärkt Frau Heinemann unser Team im Bereich „Empfang und Büroorganisation“. Herzlich Willkommen! Wir erinnern trotzdem gerne noch mal auf unsere Anzeige bezüglich der Suche nach einer Verstärkung im Bereich Buchführung und Abschlüsse..

Neue Räumlichkeiten in Oldenburg

Aufgrund personeller Verstärkung nutzen wir seit dem 1. März 2017 auch Räumlichkeiten in der Clausewitzstrasse (keine 100m vom Hauptgebäude). Anmeldung bitte weiterhin unter „Alter Eichenhof 18“. Auch die telefonische Erreichbarkeit ist unverändert.

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Referent für das Lehrinstitut „practax“

Nun ist es offiziell. Unser Partner Tobias Brokop ist nun auch als Referent für das Lehrinstitut „practax“ tätig. Mehr Infos unter www.practax.de. Das Team „Müller, Matisheck & Brokop“ wünscht dem Institut „practax“ viel Erfolg und alles Gute!