Ein Arbeitszimmer ist personenbezogen ansetzbar

Der BFH hat Ende Dezember 2016 (VI R 86/13) entschieden, dass der in der Regel geltende Höchstbetrag für die Nutzung eines häuslichen Arbeitszimmers in Höhe von 1.250,00 Euro personenbezogen zu verstehen ist. Also nicht pro Arbeitszimmer! Folglich können mehrere Personen das Arbeitszimmer in ihrer Steuererklärung berücksichtigen. Wichtig ist, dass nur der personenbezogene Anteil und die von ihm getragenen Aufwendungen als Werbungskosten ansetzbar sind.

Vortrag bei der HanseMerkur Versicherungsgruppe in Göttingen

Am vergangenen Dienstag war unser Partner/Steuerberater Tobias Brokop in seiner alten, temporären Studentenheimat Göttingen als „Speaker“ der HanseMerkur Versicherungsgruppe, Hamburg, gebucht. Sein Vortrag zum Thema „Der Versicherungsvertreter in der Steuerwelt“ fand sehr positives Feedback, so dass in den kommenden Monaten weitere Vortragsreihen vereinbart wurden.

Kramermarkt grüßt Oktoberfest

Der „Oldenburger Kramermarkt grüßt das Oktoberfest“

Mit einem Augenzwinkern stellen wir ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts München dar.

Der Verkauf von Backwaren in Festzelten unterliegt als sonstige Leistung dem Regelsteuersatz, also 19% und nicht 7%, wenn sich der Verkäufer die Nutzungsmöglichkeit der Festzelte gegen Entgelt einräumen ließ und ihm die Verzehrvorrichtungen der Bierzeltbetreiber zuzurechnen sind oder ihm die Mitnutzung vertraglich zugesichert wurde.

(FG München, Urteil vom 22.02.2017 – 3 K 2670/14; Revision zugelassen).

Reisekosten Piloten und Flugbeleiter

Piloten und Flugbeleiter aufgepasst!

Das Hessische Finanzgericht in Kassel hat entschieden (Az. 1 K 1824/15), dass Flugpersonal ihre erste Tätigkeitsstätte an jenem Flughafen haben, welcher im Arbeitsvertrag festgehalten wurde. Die Werbungskosten für Fahrten zwischen der Wohnung und Flughafen werden folglich nicht nach Reisekostengrundsätzen anerkannt, sondern im Wege der Entfernungspauschale (einfache Entfernung). Entscheidend sei gewesen, dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmer arbeitsvertraglich und mangels einer Befristung dauerhaft dem Flughafen zugeordnet hat. Wo der qualitative Schwerpunkt der Tätigkeit liege, sei seit der gesetzlichen Neuregelung ab 2014 ebenfalls nicht entscheidend. Bei dem Flughafen handele es sich um eine ortsfeste betriebliche Einrichtung. Ferner fanden im Streitfall am Flughafen Lehrgänge, Bürotätigkeiten, Gesundheitsüberprüfungen, Bereitschaftsdienste und das Simulatortraining stattg. Das genüge für die Annahme einer tatsächlichen Tätigkeit an der ersten Tätigkeitsstätte.

Gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts wurde Revision eingelegt. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat nun das letzte Wort (Az. des BFH: VI R 17/17).

Häuslebauer aufgepasst!

Der BFH hat im Januar 2017 eine interessante und u. U. weitreichende Entscheidung im Rahmen der Grunderwerbsteuer getroffen. Der „normale“ Rechtsvorgang ist simpel und weitestgehend bekannt. Wird ein Grundstück bebaut oder unbebaut gekauft, gilt der Kaufpreis als Bemessungsgrundlage für die Besteuerung. Insoweit wird der neue Eigentümer die Grunderwerbsteuer in seine betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Überlegungen einfließen lassen, da die Steuerart gut berechenbar ist.

Im Entscheidungsfall dürfte der neue Eigentümer jedoch negativ überrascht gewesen sein. Dies gilt als „Warnung“ für zukünftige und vergleichbare Sachverhalte.

Im Urteilsfall erwarb ein Eigentümer von einer Stadt ein Grundstück, welches mit einem Haus bebaut werden sollte. Im Grundstückskaufvertrag, der sowohl von der Verkäuferin als auch von dem zu beauftragenden Bauunternehmen unter­zeichnet wurde, war u.a. festgelegt, nach welchen archi­tek­to­ni­schen Plänen das Haus errichtet werden sollte. Das Finanzamt berechnete zunächst die Grunderwerbsteuer „nur“ in Bezug auf den Grundstückkauf. Nach der ersten Steuer­fest­setzung schloss der Eigentümer einen Bauerrichtungsvertrag mit dem Bauunternehmen lt. Kaufvertrag. Das FA änderte sodann die ursprüngliche Steuerfestsetzung und bezog die sich aus diesem Vertrag ergebenden Baukosten mit ein.

„Ist der Erwerber eines Grundstücks beim Abschluss des Grundstückskaufvertrags hinsichtlich des „Ob“ und „Wie“ der Bebauung gebunden, wird das erworbene Grundstück erst dann in bebautem Zustand erworben, wenn auch der Bauerrich­tungs­vertrag geschlossen ist. Mit dieser Entscheidung stellt der BFH im Rahmen einer weiteren Fallgruppe aus dem Bereich des einheitlichen Erwerbsgegenstands klar, dass der Abschluss des Bauerrichtungsvertrags das zunächst unbebaute Grundstück rückwirkend auf den Zeitpunkt des Grundstückskaufvertrags zu einem bebauten werden lässt und die Baukosten nachträglich im Rahmen der Änderung der ursprünglichen Steuerfestsetzung zusätzlich zu den Kosten für den Grundstückskauf bei der Festsetzung der Grunderwerbsteuer zu berücksichtigen sind.“, vgl. BFH-Urteil vom 25. Januar 2017 II R 19/15 und freie Pressemitteilung des Bundesfinanzhofes Nr. 22/17 vom 12. April 2017